Test Fujifilm Finepix X100: Erste Eindrücke (1)

Fuji Finepix X100

Fuji Finepix X100

Lang erwartet, endlich da! Hier meine ersten Eindrücke von der Fujifilm Finepix X100.

Seit knapp einer Woche habe ich die Finepix X100 im Einsatz. Die Kamera erfüllt die Kriterien, die ich mir für eine Immer-dabei-Kamera gewünscht habe:

  • Hohe Bildqualität (APS-C-Sensorgröße)
  • Lichtstarkes Objektiv (f 2.0) und damit Low-Light Aufnahmen möglich
  • Ein funktionierender optischer oder elektronischer Sucher (!) – im Fall der X100 sogar beides
  • Leichter als eine normale Spiegelreflex – ideal zum Mitnehmen
  • Einstellmöglichkeiten über Wählräder, Hebel und Knöpfe statt über Menüs oder Touchscreens

Aussehen der Fuji X100

Das Aussehen der Fuji X100 entspricht den klassischen Kleinbildfilmkameras mit Meßsucherfunktionalität wie z.B. einer Canon QL17 GIII (1972 bis 1982) und andere Kameras, die in den 50er, 60er und 70er Jahre im Angebot waren. Genau wie diese Kameras ist die Fuji X100 klein, handlich und eine Alternative zu einer normalen Spiegelreflex.

Fuji X100 vs Canon GIII QL

Fuji X100 vs Canon GIII QL

Wenn man mit ihr fotografiert, dann will man nach jedem Bild den (nicht vorhandenen) Schnellspannhebel für den Filmtransport benutzen.

Die Größe liegt zwischen meiner Sigma DP1s und der Leica M9. Der Look entspricht mit silberfarbener Oberseite und schwarzem Leder denen von z.B. Leica (X1, M-Serie). Wobei der direkte Wettbewerber die Leica X1 ist.

Die Bedienelemente sind für wichtige Elemente echte Bedienelemente, wie Blendenring am Objektiv, Wahlräder aus Metall für die Verschlußzeit und die Belichtungskorrektur.

Hybrid-Sucher der Fuji X100: Optischer und elektronischer Sucher in einem

Die Kamera hat einen vollwertigen Sucher mit Parallaxausgleich, aber ist trotz des Aussehens keine Meßsucherkamera, sondern eine spiegellose Autofokuskamera. Dabei ist das Besondere der Hybrid-Sucher, der einen OVF (optischen Sucher), wie auch einen EVF (elektronischen Sucher) verwendet. Zwischen beiden kann mit dem kleinen Hebel an der Frontseite umgeschaltet werden. Dabei werden Informationen auch im optischen Sucher angezeigt (Rahmen, Histogramm, ISO etc.) und im elektronischen Sucher.

Am Anfang habe ich nur den optischen Sucher verwendet und dieser ist wirklich toll: Groß, zeigt den Bildausschnitt und die wesentlichen Informationen an. Keine Verzögerung bei Bewegungen. Ist es aber sehr hell (Sonnenlicht und dort besonders Gegenlicht), kann man bestimmte Informationen (z.B. die Belichtungskorrektur) nicht mehr so gut sehen. Mit dem kleinen Hebel umgestellt und man hat den ebenso großartigen elektronischen Sucher aktiviert.

Der zeigt “nur” den 100% Bildausschnitt, ist aber bei hellem Umgebungslicht hervorragend zu verwenden. Außerdem ist das Bild fast wie in 3D. Ist es sehr dunkel, dann gibt es geringe Verzögerungen bei der Bewegung der Kamera, aber alles unproblematisch.

Umschalthebel zwischen optischen und elektronischen Sucher

Umschalthebel zwischen optischen und elektronischen Sucher

Bei Makroaufnahmen (>= 10 cm Abstand) kann man aber nur den elektronischen Sucher verwenden, weil es keinen Ausgleich für den Versatz zwischen Objektiv und optischen Sucher gibt. Da aber die Genauigkeit des Autofokus beim elektronischen Sucher höher ist, ist in der Zwischenzeit der EVF für mich der Sucher der Wahl.

Ein Augensensor erkennt, wann man die Kamera vom Auge nimmt und zeigt dann die Informationen auf dem 2,8 Zoll LCD Schirm an. Nimmt man die Kamera wieder ans Auge, sieht man die Informationen wieder durch den Sucher.

Macht man ein Foto, wird die Bildvorschau nach der Aufnahme angezeigt – im Sucher!

Bedienelemente der Fuji X100

Oberseite Fuji X100

Oberseite Fuji X100

Beim normalen Fotografieren findet man alle Elemente an der richtigen Stelle. Zeit und Blende kann man an dem Wahlrad bzw. am Objektiv per Ring verstellen. Stehen beide auf “A”, dann befindet sich die Kamera im Automatik oder Programm-Modus. Verstellt man nur die Zeit hat man den S(hutter-Priorität)-Modus und verstellt man nur die Blende den A(perture-Prioriät)-Modus.

Verstellt man beide, dann fotografiert die Kamera im manuellen Modus. Also genau wie bei einer alten Spiegelreflex. Außerdem findet man noch ein Wählrad für die Belichtungskorrektur (+/- 2 Blendenstufen), dass man, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen, mit dem Daumen bedienen kann.

Außerdem kann hat man einen (FN)-Knopf, den man mit einer Funktion belegen kann, im Standard ist es die Wahl des ISO Wertes.

Manueller Fokus und Autofokus der Fuji X100

Im manuellen Fokusbetrieb kann man die Schärfe auch mit einer Drehung am Objektiv verstellen. Leider ist das eine elektronische Scharfstellung und keine mechanische, aber die Schärfe lässt sich auch damit einstellen. Beim manuellen Fokus mit dem Objektivring braucht man relativ lange, bis man von unendlich bis 10 cm und umgekehrt angekommen ist. Deswegen gibt es eine Möglichkeit durch Drücken der (AFL/AEL) Taste den Autofokus zuerst zu nutzen und danach die Feinabstimmung mit dem Objektivring.

Der Autofokus arbeitet relativ schnell. Bei gutem Licht präzise und zügig. Wenn es richtig dunkel ist, findet die X100 manchmal den Fokus nicht, aber da ist sie trotzdem erheblich besser als z.B. die Olympus E-PL1. Mit der AF-Hilfslampe findet die X100 im Nah- bis Mittelbereich aber auch da den Fokus. Trotzdem ist die Geschwindigkeit und Präzision des Autofokus nicht mit einer Nikon D700 oder D5100 vergleichbar. So weit man es es heute sagen kann, leiden alle spiegellosen Kameras etwas daran. Trotzdem ist die X100 in Ihrer Klasse am oberen Ende aller spiegellosen Kameras. Die X100 ist ähnlich in der Autofokus-Leistung wie die Panasonic GF2.

Man kann das Autofokusfeld selbstverständlich auch manuell wählen, wobei beim optischen Sucher weniger AF-Punkte zur Auswahl stehen, als beim elektronischen Sucher.

Bedienelemente auf der Rückseite

Auf der Rückseite der Kamera finden sich die üblichen Bedienelemente auf der linken Seite : Bildanzeige (>), Wahl des Belichtungsmessfeldes Mehrfeld, Spot und mittig (AE), den Autofukuspunkt auswählen und verkleinern bzw. vergrößern (AF) und die Wahl ob man nur das Display, nur den Sucher oder Augensensor gesteuert beides nutzen will (VIEW MODE).

Rückseite Fuji X100 und Bedienelemente

Rückseite Fuji X100 und Bedienelemente

In der Mitte das 2,8 Zoll Display. Und auf der rechten Seite das Bedienrad mit dem Menü/OK-Knopf in der Mitte, dem AFL/AEL darüber und ein Kommandohebel, den man mit dem Daumen bedienen kann. Unten rechts findet man den DISP/BACK Knopf und einen RAW-Knopf, der für die aktuelle Aufnahme von JPEG auf RAW umschaltet.

Auf dem Wahlrad kann man dann ensprechend wählen oben: Löschen des Bildes (Wiedergabemodus) bzw. Kameramodus (DRIVE), also Einzelbild, Serienaufnahme, Bracket-Modus (3 verschiedene), Panorama und Filmmodus.

Links den Makromodus und rechts die Blitzeinstellungen. Unten den Weißabgleich.

Einziger Nachteil ist der schlecht bedienbare MENU/OK-Knopf. Wenn man ihn drücken will, verrutscht man auf einen anderen Menüpunkt und muss es nochmals versuchen.

Schmalseite der Kamera

Fokusschalter bei der Fuji X100

Fokusschalter bei der Fuji X100

Links auf der Schmalseite der Kamera findet man einen Schalter, mit dem man den Autokus einstellen kann. Nutzt man den manuellen Fokus (MF), dann kann man zuerst den AE/AFL-Knopf drücken und die Kamera stellt zuerst mit dem Autofokus den Fokus ein und man kann danach mit dem Objektivring die Feinabstimmung vornehmen. Eine Vergrößerung auf das Fokusfeld bekommt man im manuellen Fokusmodus mit Drücken des Kommandohebels.

Das waren die wesentlichen Bedienelemente.

[Meine Erfahrungen bei der Fotografie mit der Fuji Finepix X100 folgen in Kürze in einem weiteren Artikel]

Auswahl meiner Fuji-X100 Bilder auf Flickr

2 Gedanken zu “Test Fujifilm Finepix X100: Erste Eindrücke (1)

    • Hallo Philipp,

      bei Wüstefeld in Steglitz (U Bahn Schloßstrasse) liegt eine im Fenster :-)
      Meine habe ich bei Foto Meyer am Viktoria Luise Platz gekauft. Aber keine Ahnung, ob die beiden Händler die X100 lieferbar haben.

      Viel Glück

      Anthony

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